Generationen Wohnen –
Rundbrief Frühjahr 2026 

Folgende Inhalte in der Übersicht …
Wabe
Mühlbachhaus
– Heller Wohnen
GENiAAL
Nahdran & Mittendrin
Workshop
Download Rundbrief

Wabe-Haus – Nachruf auf Doris Kunkel

Kennengelernt haben wir uns anno 1998 bei einer Werbeveranstaltung für das WABE-Wohnprojekt. Schnell war sie überzeugt von der Idee der Gemeinschaftlichkeit und dem architektonischen Entwurf. So stieg sie aktiv in unser Projekt ein, wurde Gründungsmitglied von pro… eG und engagierte sich im Verein Wabe. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Naturfreunde und für gemeinschaftliche, Generationen übergreifende Wohnformen hat ihr der damalige Bürgermeister Hahn 2013 eine Ehrenmünze der Stadt Stuttgart verliehen.

Im Spätsommer 2001 zogen wir beide als »unwürdige Greisinnen« (frei nach Brechts Kalendergeschichte) ins Dachgeschoss des WABE-Hauses ein. Aus Nachbarinnen wurden Freundinnen, die gemeinsame Reisen machten, vor allem zusammen mit den internationalen Naturfreunden, z.B. ins Donaudelta und ins Lebuser Land, zwischen Polen und Brandenburg, wo wir die Gelegenheit nutzten das Brecht-Weigel-Haus in Buckow zu besichtigen.

Auch in unserer Hausgemeinschaft engagierte sich Doris stark, so stellte sie z.B. großzügig ihr Gästezimmer auch anderen Mitbewohnern zur Verfügung. Sie war Teil unserer »Lichtstub«, in der sich ältere Nachbarn aus allen drei Genossenschaftshäusern zum Spielen und Gedankenaustausch treffen.

Ein besonderes Verhältnis entwickelte sie gegenüber dem Ehepaar Jami aus Afghanistan. Als drei Töchter geboren waren, war Doris nicht bloß Babysitterin, sondern es entstand eine wunderbare »Wahlverwandtschaft«: Am Anfang half sie bei Spracherwerb und Behördengängen, am Ende, als aus den drei Mädchen erfolgreiche Studentinnen geworden waren und Doris wegen gesundheitlicher Probleme immer schwächer wurde, bekam sie selber Unterstützung und Zuwendung von der Familie Jami zurück.

Am 14. April 2026 ist Doris im Alter von 93 Jahren von ihrem Leiden erlöst worden.

Sie wird uns allen fehlen, als Freundin und als Vorbild.

Marlies Beitz aus dem Wabe-Haus

Mühlbachhaus in Schorndorf – lebendiger Treffpunkt

Unsere Cafeteria war in den letzten Monaten wieder ein lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt. Zahlreiche Veranstaltungen luden zum Austausch und zur Gemeinschaft ein:

• Osterbrunch, Neujahrsbrunch, Erntedankfest
• Spanischstammtisch, Nachbarschaftscafé
• Spieleabende, Mittwochsgespräche

Unsere besonderen Highlights waren dabei der Besuch einer Schulklasse zum Thema »gemeinschaftliches Wohnen und soziale Wohnformen« und der Besuch der Projektgruppe aus Wendlingen.

Im Rahmen der Erinnerungskultur wurden zwei Sterne an unserem »Himmel« angebracht, die Verbundenheit und Erinnerung symbolisieren.

Eine besonders köstliche Aktion fand an Fasching statt: Wir wurden alle mit frischen Faschingsküchle verwöhnt.

Die vielfältigen Angebote zeigen, wie lebendig und abwechslungsreich unser gemeinschaftliches Miteinander ist.

Marina Gonzales fürs Mühlbachhaus

Heller Wohnen Schwäbisch Hall – Gartenzeit

Am 25.04.2026 war großer Arbeitstag bei Heller Wohnen. Mitglieder der Gartengruppe, der Technikgruppe und andere Bewohner:innen schufteten im Garten.

Es galt zum einen den Weg zum Kompost neu anzulegen, zum anderen im naturnahen Garten Beete von Unkraut zu befreien.

Alle »Schafferles« wurden dann mittags mit einem tollen Mittagessen von unserer Franziska belohnt.

Annette Mühle für Heller Wohnen

GENiAAL – junges Projekt mit viel Leben

Über den Winter lag unser Fokus darauf, das Gemeinschaftsleben durch verstärkte Aktivitäten im Gemeinschaftsraum zu fördern. Dazu hatten wir zunächst eine Sofaecke mit Sesseln eingerichtet, wo an mehreren Nachmittagen in der Woche ein offener Treff statt fand. Manchmal kam niemand, manchmal 4-6 Bewohner, die das informelle Zusammensein »ohne Tagesordnung« immr sehr genossen haben.

Regelmäßig Stimmung in der Bude ist bei den wöchentlichen Kindernachmittagen, wenn sich unser jüngster Bewohner (im September geboren) und seine Freundinnen und Freunde zwischen 1 und 7 Jahren zum Toben treffen. Immer mehr Zuspruch finden auch die Film- und Fernsehabende, bei denen oft auch Freunde oder Nachbarn dabei sind. Daneben treffen sich kleinere Gruppen mehr oder weniger regelmäßig zur Gymnastik, Yoga oder Kunst-Workshops. Darüber hinaus wird der Gemeinschaftsraum natürlich für die monatlichen Brunchs, private Feiern oder z. B. unsere Silvesterfeier genutzt.

Schön ist, dass sich die meisten Bewohner mit dem Raum identifizieren und bei der Gestaltung mitentscheiden möchten. Allerdings liegen die Vorstellungen, wie der Raum letztendlich aussehen und wie er eingerichtet werden soll sehr weit auseinander (von möglichst bunt, alternativ und gebraucht zu stylisch und zusammenpassend, es darf auch was kosten). Daher sind Entscheidungsfindungen oft äußerst mühsam. Immerhin konnten wir jetzt neue Stapelstühle anschaffen, die auch zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen sind. Das Thema wird uns aber auch die nächsten Monate noch beschäftigen.

 

Nach wie vor haben wir viele Arbeitskreise, die sich um die Themen kümmern, in denen wir Entwicklungsbedarf sehen.

Der jüngste Arbeitskreis »Resilienz« hat dabei den tagelangen Stromausfall in Berlin zum Anlass genommen,  zu überlegen, wie wir für so einen Fall als Gemeinschaft vorsorgen können.

Als erstes Ergebnis soll die PV-Anlage so ausgestaltet werden, dass sie auch bei einem Stromausfall noch arbeitet und zumindest die Gemeinschaftsräume vesorgt. Weitere Themen sind Möglichkeiten der Trinkwasserversorgung, Fragen der Hygiene oder eine gemeinsame Vorratshaltung. Der Diskussionsstand wird regelmäßig in unserer GENiAAL-Cloud allen Bewohnern zur Verfügung gestellt.

Wir merken an vielen Stellen, dass wir ein junges Projekt sind, das immer wieder neue Wege ausprobiert, die nicht alle funktionieren. Daher ist es erfreulich, dass es viel Engagement in der Gruppe gibt, große Hilfsbereitschaft und den Willen zu einem immer besseren Zusammenleben zu kommen.

Andrea Walter für GENiAAL

Nahdran & Mittendrin in Winnenden – Kunst, Kultur, Politik und blühender Garten

Unsere Malaktion im Keller ist nun erstmal abgeschlossen. Eine zweite Runde folgt vermutlich im Herbst 2026.

Im Gemeinschaftsraum hatten wir einen Filmabend über das Leben von John Cranko, der das Stuttgarter Ballett von 1961 bis 1973 leitete und zu Weltruhm brachte.

Eva Schwanitz zeigte einen Film des Altentanztheaters Ludwigsburg in dem sie selbst als älteste Teilnehmerin mittanzt.

Verschiedene Gruppen wie die Landtagsabgeordnete der Grünen Frau Sperling, die Landfrauen und eine Gruppe aus Wendlingen, die sich in der Planungsphase befindet, wurden durch unser Projekt geführt.

Wir konnten auch den 90. Geburtstag eines Eigentümers feiern.

Ende März haben unsere beiden Gewerbebetriebe Bäckerei Weber und Brändle Bar bei der Winnender Musiknacht mitgemacht und sich über viele Besucher gefreut.

Thomas Längle für das MGH Nahdran, Mittendrin Winnenden

Workshop »Neue Wege für Wohnprojekte in Stuttgart«

Am 22.04.2026 veranstaltete das Netzwerk für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen in Stuttgart (in dem pro… eG Mitglied ist) einen Workshop mit interessanten Vorträgen von Baubürgermeister Cord Soehlke aus Tübingen und Baubetreuer und Projektentwickler Stefan Wendt-Reese aus Hamburg zu den politisch-administrativen Rahmenbedingungen und Förderstrategien, die die Entwicklung in den beiden Städten ermöglicht haben.

Nach den Vorträgen wurde mit den Referenten und Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Wohnprojekten diskutiert, was die Kommune in Stuttgart umsetzen kann, welche Maßnahmen vom Land hinzukommen sollten und wie konkret die Rahmenbedingungen verbessert werden können.

Die Ergebnisse der moderierten Fishbowl-Diskussion wurden festgehalten und thematisch sortiert.

Kontakt

 

pro…
gemeinsam bauen und leben eG

Hornbergstr. 82
D-70188 Stuttgart

info@pro-wohngenossenschaft.de
Telefon: +49 711 2348162